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Preisanstiege bei Gewerbemieten

Die Einzelhandelsmieten in den Nebenstraßen von Shoppingdestinationen sind in Berlin in den vergangenen neun Jahren um bis zu 267 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung betrifft Mieten in so genannten 1-B-Lagen für Läden mit einer Flächen von etwa 150 Quadratmetern, wie aus der Antwort (19/7410) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (19/6957) der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervorgeht.

Bei kleinen Läden in dieser Lage kletterten die Mieten zwischen 2009 und 2018 um 200 Prozent. Die Bundesregierung beruft sich auf Zahlen des Immobilienverbands Deutschland (IVD). Berlin verzeichnete damit die höchsten Zuwachsraten in einer Auflistung der 40 größten Städte. Deutliche Steigerungen gab es den Angaben zufolge auch etwa in Erfurt (+213 Prozent bei kleinen Läden, +127 Prozent bei großen Flächen). Grundsätzlich zeichnet die Liste ein durchmischtes Bild - den teilweise drastischen Steigerungen stehen Preisrückgänge gegenüber, beispielweise in Hannover, Lübeck und Gelsenkirchen.

In den Top-Lagen selbst (1-A-Lagen) gab es bei großen Ladenflächen in Erfurt die größten Steigerungen mit einem Plus von 217 Prozent. In Magdeburg müssen Einzelhändler hier 150 Prozent mehr Miete zahlen als noch 2009. Hingegen sanken die Mieten für große Läden direkt auf den Shoppingmeilen in Kiel und Oberhausen um 33,3 Prozent.

Auf Nachfrage erklärt die Bundesregierung, derzeit zu prüfen, ob ein Bedarf für Maßnahmen besteht, mit denen einer Verdrängung von Betrieben aus innerstädtischen Lagen entgegengewirkt werden könnte. "Erst nach Abschluss der Prüfung und der Feststellung von etwaigen Regelungsdefiziten beziehungsweise Marktungleichgewichten kann eine Aussage darüber getroffen werden, inwiefern in konkreten Bereichen gegebenenfalls Maßnahmen zweckmäßig sein könnten."

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 22.02.2019 15:06
Quelle: hib - heute im bundestag Nr. 145

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